Montag, 18. August 2014

I got a feeling things ain't going right

.....dieses wunderbare Lied von Tawny Reed tönt passenderweise aus meinem Musikabspielgerät, als ich dann endlich einsehe, dass ich es komplett versaut habe.

Aber von Anfang: Ich suche für ein Projekt relativ kurzfristig einen Stoff mit Gemüse. Am liebsten natürlich einen aus den 50ern oder zumindestens einen, der so aussieht als ob er aus der Zeit stammen könnte.
Nachdem ich das gesamte Internet erfolglos durchsucht habe, beschließe ich die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Relativ schnell habe ich auch eine Vorstellung wie das ganze aussehen soll, es soll nämlich eine kleiner Seitenhieb auf meine Lieblingsserie werden (naaaa, wer errät sie?).
Also studiere ich Stoffe, Muster und Grafiken aus der Zeit und versuche das Charakteristische in meine Zeichnung einzubringen.

 
Das ganze soll mit Siebdruck verwirklicht werden, aber aus Mangel an Fotoemulsion, behelfen wir (= mein Bastelpartner a.k.a mein Freund und ich) uns mit ausgeplotterter Folie. 

nein, das ist nicht mein Arm
 Da wir so aber jeden Kolben einzeln drucken müssen, dauert das ganze entsprechend lange und nach gefühlten 13 Stunden, ist das das Ergebnis.


Davon abgesehen, sieht man bei dieser Methode überhaupt nicht, wo man hindruckt. Also muss der gute alte Schablonendruck herhalten.


Sieht doch schonmal ganz vielversprechend aus.


Das ganze dann noch einmal mit den grünen Teilen.


Ja, das wird was! Denk ich bis jetzt zumindestens.


Jetzt kommt aber der wirklich knifflige Teil: die Outlines.
Dafür kommt eigentlich wirklich nur Siebdruck in Frage, aber hier versagt leider auch die Folienmethode...



Die Folie ist zu dick, das heißt der Abstand zwischen Stoff und Sieb ist zu groß und das kommt dabei raus.
Was bleibt da noch übrig? Eigentlich nur noch, es wieder mit einer Schablone zu probieren.


An diesem Punkt kann man mir wirklich nicht vorwerfen, dass ich nicht alles probiert habe. Schwamm, Pinsel, sogar eine Lackierrolle, aber es sieht einfach alles echt mies aus.

So habe ich mir das Ergebnis dann wirklich nicht vorgestellt.



Mit einem anständig belichteten Sieb, auf dem vor allem nicht nur ein Kolben drauf ist, sondern ein Rapport, wäre das ganze sicherlich ein schöner Stoff geworden.
Aber so macht es keinen Sinn, noch weitere Arbeit hineinzustecken.

Ich muss einsehen: das hat nicht funktioniert.

Wieso schreibe ich dann trotzdem einen Blogpost darüber? Weil ich finde, dass auch solche Sachen in einen DIY-Blog gehören.

Manchmal hat man eine Idee, ist sicher, dass alles so klappt, wie man es sich vorstellt und am Ende sieht es nach Grütze aus.
So ist das eben, wenn man kreativ ist.

Dann muss man die ganze Stunden Arbeit, die man hinein gesteckt hat, das ganze Material, das man verschwendet hat, einfach abhaken, lächeln und sich dem nächsten schönen Projekt widmen.

Nein, moment: erst ordentlich gegen den Küchenmülleimer treten, laut fluchen, irgendetwas, das rumliegt, dramatisch auf den Boden pfeffern, DANN lächeln und sich dem nächsten schönen Projekt widmen!

Kommentare:

  1. Also, zuerst einmal Hut ab vor so viel Ausdauer! Ich denke ich bin da auch ein wenig so, wenn ich etwas Konkretes im Kopf habe und nicht finden kann, lasse ich nichts unversucht, um das Gesuchte eben selbst anzufertigen. Natürlich möchte man dann auch ein entsprechendes Resultat sehen, das die ganze Mühe rechtfertigt. Deshalb echt schade, dass es nichts geworden ist, denn eigentlich hat alles sehr vielversprechend ausgesehen. Und gerade deshalb auch finde ich es gut, dass Du es gepostet hast, alle kreativen Köpfe müssen hin und wieder weniger gute Ergebnisse akzeptieren.

    Und mit den Probestücken kannste Dir ja eine schöne Küchenschürze oder so machen… ;-)

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    1. du wirst lachen, es war tatsöchlich für eine Schürze gedacht ;-)
      eben, ich denk, wir kennen das alle. Deshalb finde ich,dass man sowas auch ruhig mal zeigen kann, um sich gegenseitig zu motivieren :-)

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  2. Ein grossartiger beitrag! Sonst denkt man immer, man selbst ist der groesste vollidiot....nun sind wir schon zu zweit!! ; ) ich hoff du weisst, was ich meine!
    Tolle idee....kopf hochu weida mache!!! :-)

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    1. haha, wir haben ja auch zusammen die Lehrjahre des kreativen Scheiterns gemeistert :-D

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