Mittwoch, 20. Mai 2015

Fließend

Ja, ich habe es schon wieder getan, ich habe im Urlaub Stoff gekauft (und Knöpfe und dicke fette Bücher).


Bevor es sich die schönen Stöffchen im Schrank gemütlich machen, setze ich mich gleich an das erste Projekt. Aus dem weichen Wellenstoff soll eine Wickelbluse werden.

Das Schnittmuster für die Wickelbluse Cachecoeur 116 von Burda liegt schon eine Weile unausgeschnitten in der Kiste, also mache ich mich zuerst einmal an das Zusammenkleben und Ausschneiden.

 
Den ersten Versuch, genau nach Schnittmuster aus Probestoff, finde ich etwas abenteuerlich.




Die 1,65m Bänder wirken an mir eher wie eine übergroße Geschenkverpackung. Das liegt natürlich auch daran, dass mein Probestoff fester ist als der auf der Homepage gezeigte. So möchte ich die Bluse allerdings nicht nähen.

Also fange ich an einige Dinge zu ändern. Zunächst stecke ich den Ausschnitt so fest, dass ich nicht ganz so eingepackt wirke.


  
Ingesamt soll die Bluse länger werden und die beiden Vorderteile einen nettern Abschluss haben.

Ich bastel ein wenig am Probeteil herum, schneide weg, nähe ran.





So sehen dann schließlich die geänderten Schnittteile aus.

 



Das nächste Thema ist der Zuschnitt. Da tue ich mir ehrlichgesagt etwas schwer wegen dem Muster und da ich ja nun doch einiges am Schnitt geändert habe. Ich suche Hilfe in meiner liebsten Nähgruppe bei Gesichtsbuch, Nähen im Vintage Stil .

So gut es geht versuche ich den Fadenlauf vom Originalschnittmuster zu übernehmen und traue mich dann schließlich endlich den ersten Schnitt zu machen. Bei alten Stoffen und Stoffen, die man auf der anderen Seite dieser Erde gekauft hat, hat man ja doch immer etwas Hemmungen. Ich zumindestens.


 

Hier im übrigen ein kleiner Kniff, um ein Muster für Belege aufzuzeichnen. Ich pause die äußere Linie des Schnittteiles ab und fahre dann mit einem Maßband mit Metallende die Linie in dem Abstand nach, den ich als Breite für den Beleg haben möchte. Das Metallende ist wichtig, damit der Stift nicht verrutscht.



Soweit ist die Bluse jetzt zusammengesteckt, aber irgendwie sieht das Muster nicht richtig aus. Die Wellen auf der linken Seite scheinen senkrechter zu verlaufen als auf dem anderen Teil.


Obwohl mir gut zugeredet wird, dass es doch so zum Muster passt, habe ich mich in den Gedanken verrannt, dass es einfach falsch aussieht. Den kompletten Sonntag Mittag verbringe ich damit, den Reststoff zu drehen und zu wenden um irgendwie ein passendes Teil herauszubekommen. Allerdings erfolglos.

Dann soll es wohl so sein und ich widme mich den Ärmeln. Flattern sollen sie, so im etwa.



Auch hier wird mir in meiner lieblings Gesichtsbuchgruppe geholfen. Ich zeichne den Original Ärmel ab und schneide diese Vorlage 3 mal ein. Das Schnittmuster ziehe ich an der Mitte der Armkugel etwas auseinander und nutze diesen Punkt als Mittelpunkt, um einen Bogen zu zeichnen. Wie man das macht, wenn man keinen gigantischen Zirkel zur Hand hat, habe ich euch beim Tellerrocktutorial gezeigt.




Trotz des Musterdilemmas, bin ich doch sehr angetan vom Endergebnis. Und ja, es hatten alle recht, angezogen fällt es doch nicht so arg auf.


Vor allem bin ich mit den Änderungen am Schnitt sehr zufrieden. Der wird sicherlich noch einmal genäht, aber wohl eher mit uni Stoff oder Musterstoff, der keine klare Richtung hat haha.





(ja, meine Frisur hat sich geändert während des Nähprozesses)



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