Donnerstag, 25. August 2016

Liebe auf den zweiten Blick



Normalerweise sehe ich einen Stoff und weiß sofort, ob er mir gefällt oder nicht. Bei dem Giraffenborderprint von Michael Miller musste ich aber ehrlich gesagt 2 Mal hinschauen und wahrscheinlich haben dann die tollen Kombistoffe den Ausschlag gegeben, warum er dann doch auf meinem Nähtisch landet. 



Ein Sommerset soll es werden. Die Rockform ist schnell klar - ein Kräuselrock mit versteckter Seitentasche. 
Das Oberteil bedarf schon etwas mehr Überlegung. So recht kann ich mich nicht zwischen dem gestreiften und dem Zickzackstoff entscheiden, lande dann aber bei den Streifen.
Ich suche nach einem Schnitt für ein Oberteil, das mit diesen spielt, werde aber nicht recht fündig. Bei Butterick stoße ich auf einen schönen Kleidschnitt und bin sofort verliebt in das Schleifendetail auf Ansicht B


Sagen wir mal, wie es ist: ich habe keinen Plan, was ich da tue, aber irgendwie führt es mich zum Ziel - einem Schnitt für ein schönes Sommertop. Will heißen, ich habe ehrlich gesagt nicht viel Ahnung von Schnittkonstruktion, aber durch diverse Probemodelle, verwandel ich das Oberteil des Kleides zu einem Top und bin sehr zufrieden mit dem Resultat.

An den Schultern raffe ich das Top, die Schleifen sind also reine Zierde.


Es ist mir unter den Armen etwas eng geraten, aber ich werde sicherlich noch ein paar Versionen nähen, bei denen ich den Fehler beheben kann. Die Streifen sind der Kracher und passen so schön zu den Giraffen.


Beim Rock greife ich den Streifenstoff wieder auf und verwende einen selbstbezogenenen Knopf.


Ich finde, es ist ein schönes Sommeroutfit geworden, aber auch einzeln sehen Rock und Top gut aus (also natürlich entsprechend mit einem anderen Unter-/Oberteil dazu :-D )






Mittwoch, 3. August 2016

das perfekte Accessoire


Wenn man sich Modezeitschriften aus den 1940er oder 50er Jahren anschaut, springt einem sofort ins Auge, dass die Accessoires früher immer perfekt abgestimmt waren. Dazu zählt natürlich auch der Gürtel. Oft war er farblich passend oder aber im gleichen Stoff wie das Kleid gearbeitet. Natürlich kann man mit Gürtelschnallen arbeiten, die von der Farbe her passen, aber das i-Tüpfelchen ist doch immer eine im gleichen Stoff bezogene Gürtelschnalle.
Dies scheint damals auch Gang und Gäbe gewesen zu sein, heute findet man hier in Deutschland schwer bis gar nicht selbst beziehbare Gürtelschnallen. 
Um so glücklicher bin ich, dass ich für Poppy Ray eine Firma aufgetan habe, die die Schnallen zum selbst beziehen anbietet. Ich habe einige für den Shop geordert und muss sie natürlich auch gleich selbst ausprobieren.

Hier ist ein kleines Tutorial für euch!

in dem Paket der Gürtelschnalle sind enthalten:
  • Vorderteil
  • Rückteil
  • Dorn
  • Schablone bestehend aus doppelseitig klebender Folie, die zur Fixierung an der Schnalle dient
das benötigt ihr außerdem:

  • Stoff - ein kleiner Rest für die Schnalle, einmal in der Länge des Gürtels und  2x Breite des Gürtels + 1cm Nahtzugabe (messt am besten an einem Gürtel, der euch gut passt, er muss ja länger sein, als eure Taillenweite)
  • feste Einlage in der Länge x Breite des Gürtels
  • Ösen (entweder in silber oder farblich passend zum Stoff)

Mein Gürtel wird ein Scottiegürtel, passend zu einem Oberteil, das ich genäht habe.



Ich beginne mit der Schnalle. Die Schablone besteht aus doppelseitig klebender Folie. Zunächst entferne ich auf einer Seite das Papier.

 



Ich klebe die Schablone auf das Stoffstück und schneide ringsherum aus.

 


Das Kreuz in der Mitte schneide ich aus, außerdem schneide ich an den vorgegeben Schlitzen den Stoff ein.



Das 2. Schutzpapier wird entfernt und so positioniere das Vorderteil der Schnalle auf der klebenden Folie.



Ein guter Tip ist, den Stoff an den Kanten einzuschneiden. Denn nun wird der Stoff ringsherum umgeklappt. Man kann auch ruhig etwas an den Ecken wegschneiden, denn sonst ragt das Rückteil etwas heraus.

 
Wenn man möchte, kann man etwas Kleber auf das Rückteil geben, aber bei mir hält es auch so bombenfest. Ich drücke es einfach in des Vorderteil herein.



Den Dorn bringe ich mit Hilfe einer Zange an. Dabei muss man wirklich vorsichtig sein, damit man den mittleren Steg nicht zerdrückt.



Nun widme ich mich dem Gürtel. Ich habe eine Taillenweite von 80cm, für den Gürtel nehme ich einmal die Stoffbreite von 110cm. Das Innere der Schnalle gibt ja die Breite des Gürtels vor, in dem Fall ca. 1,8cm, wobei ich ihn im Nachhinein eher 1,6cm hätte nehmen sollen, denn der Gürtel benötigt noch etwas Spiel.

Ich habe nun also einen Stoffstreifen mit den Maßen 110 x 4,6cm und einen Streifen Einlage mit den Maßen 109 x 1,8cm. 
Den Stoffstreifen falte ich einmal mittig und bügel ihn gut.

Ich möchte, dass mein Gürtel mit einer Spitze endet, also schneide ich die Einlage entsprechend zurecht und bügel sie auf.

Die Spitze nähe ich rechts auf rechts fest und stülpe sie dann um.


 Die Nahtzugabe bügel ich an der Kante der Einlage um und genauso mache ich es auf der Seite ohne Einlage, so dass beide Teile miteinander abschließen.


Den Gürtel steppe ich einmal ringsherum ab. Am dem Ende, das an der Schnalle befestigt wird, bringe ich ein Knopfloch an, damit dort der Dorn durchgesteckt werden kann.
 
Das Ende klappe ich um und nähe es per Hand fest, damit man die Stiche von vorne nicht sieht.


Zum Schluss bringe ich noch Ösen an. Dabei orientiere ich mich wieder an einem gut sitzenden Gürtel.

Und schon ist er fertig!